CHRONIK

Chronik des Löschzuges Immekeppel


Das genaue Gründungsdatum der Feuerwehr Immekeppel kann bis heute nicht genau bestimmt werden.

Zwar erfolgte die erste Erwähnung in schriftlichen Veröffentlichungen bereits im Jahre 1847, in denen eine Gemeindebrandspritze erwähnt wurde, die in der damaligen Schule untergebracht war, jedoch beim Brand der Immekeppeler Notkirche am 7. Juli 1883, die man während des Baues des Sülztaler Domes auf der "Spielwiese" 1871 errichtet hatte, ist von einer Brandspritze und einer Feuerwehr überhaupt nicht die Rede.

Aufzeichnungen zufolge wurde die Feuerwehr in den Jahren zwischen 1890 und 1895 gegründet.

Dazu ein Auszug aus dem Heimatbuch "800 Jahre Immekeppel" (erschienen 1966) in dem der damalige Leiter der Feuerwehr, Oberbrandmeister Willi Nebel, folgenden Beitrag verfasst hat:

"In den Jahren 1890/95 wurde die Freiwillige Feuerwehr Immekeppel gegründet. Leider ist uns das genaue Gründungsdatum bisher nicht bekannt. Unter dem Motto:

"Gott zur Ehr' dem Nächsten zur Wehr"

wurde unsere Feuerwehr im Jahre 1900 nachweislich neu organisiert. Es ist ihr Ziel, den Mitmenschen und der Gemeinde bei Katastrophen und anderen Notlagen helfend zur Seite zu stehen. Die Ausrüstung unserer Wehr war, verglichen mit heutigen Verhältnissen, einfach und primitiv. Als Feuerspritze diente eine von Pferden gezogene Handdruckspritze. Nur vier Feuerwehrleute konnten auf der Spritze fahren, die anderen mussten zu Fuß zur Brandstätte eilen."


1928:
Die Feuerwehrgeräte mit Spritze wurden in einen geräumigen Unterstellraum der Wirtschaftsgebäude an der Lindlarer Straße verlegt. Bisher waren sie in einer alten Baracke am Mühlenbach in der Nähe des Schuhhauses Klein untergebracht.

Am 2. Mai brannte die um 1300 von Kloster Meer erbaute und nach einem Brand um 1400 wieder aufgebaute Mühle des alten Immekeppeler Lehnshofes mitten in Immekeppel ab. Trotz der Nähe des Mühlenbaches konnte die Feuerwehr das Anwesen nicht retten. Als das Feuer auf das Hauptgebäude des Lehnshofes übergriff, muß jemand ohne Wissen des damaligen Brandmeisters Burger die Feuerwehr in Bensberg alarmiert haben. Deren Löschfahrzeug kam unter lautem Läuten der Feuerwehrglocke die Löher Straße heruntergerast. Beim Eintreffen dieser Wehr auf der Lindlarer Straße soll Burger den Bensbergern entgegengelaufen sein und ihnen mit gezogenem Säbel den Zutritt zur Brandstätte verwehrt haben, wobei er schrie:

"Maat üch fott, dä Brand ess unser!!"


1934:
Die Freiwillige Feuerwehr wurde mit den anderen Löschgruppen der Stadt Bensberg zu einer einheitlichen Gemeindewehr zusammengeschlossen. Danach stand sie nicht mehr auf eigenen Füßen.


1935/1936:
Die Wehr wurde mit einer Lafetten-Spritze TS 4 ausgerüstet, die eine Pumpleistung von 400 Litern pro Minute brachte.

Bei der Zunahme der größeren Feuerwehrgeräte mußte der Unterstellraum im Stegmanschen Hof aufgegeben werden. Man bezog in einem Nebengebäude der Katholischen Volksschule einen neuen Geräteraum, der bis zum Einzug ins neue Gerätehaus 1972 auf dem Dorfplatz benutzt wurde.


1939-1945:
Während des zweiten Weltkrieges hatten die Wehrmänner Immekeppels besonders viele Einsätze. Sie wurden oftmals in Köln eingesetzt, hauptsächlich bei schweren Luftangriffen. So löschten sie u.a. die Messegebäude, die während des größten Angriffs in Flammen aufgingen.


1959:
Das Jahr war für unsere Löschgruppe von besonderer Bedeutung. Am 10. Sept. bekamen wir unser neues Löschfahrzeug LF8/TSA, welches einige technische Neuerungen beinhaltete, die der Feuerwehr bei ihrer Arbeit eine erhebliche Erleichterung brachte. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Wehr 23 aktive Mitglieder und 6 Mitglieder in der Altersgruppe.


1963:
Am 1. Dezember wurde eine Hydrantenjagd veranstaltet. Sie sollte dazu dienen, die einzelnen Hydrantenstandorte in unserem Löschbezirk besser kennen zu lernen.

Zu diesem Zweck wurden mehrere Gruppen gebildet, die alle mit Fotos ausgerüstet zu Fuß die einzelnen Standorte suchen sollten. Alle gaben sich sehr viel Mühe. Sie liefen von einem Hydrant zum anderen. Bis auf zwei Kameraden, die auf die glorreiche Idee kamen, mit dem Omnibus geht es schneller. Gesagt getan, doch unterwegs wurden sie vom Unterbrandmeister Peter Häger gesehen. Doch statt sie zu disqualifizieren, erhielten sie den 2. Platz. Bei den Kameraden handelte es sich um Josef Hauer und Klaus Reuß.


1969:
Am 3. Oktober fand ein Führungswechsel in unserer Löschgruppe statt. Willi Nebel schied nach 45jähriger Zugehörigkeit aus dem aktiven Dienst aus. Sein Nachfolger Peter Häger wurde bei diesem Anlass vom Unterbrandmeister zum Brandmeister befördert.


1973:
In diesem Jahr wurden wir zum Löschzug. Wir erhielten vom Löschzug Bensberg den ausgemusterten Magirus TLF 16 und führten seit dem einen Wasservorrat von 2400 l mit uns.


1975:
Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurden wir der Gemeinde Overath angeschlossen.


1979:
Am Freitag, dem 21. Dezember, war es endlich soweit. Einige Kameraden starteten nach Gingen an der Brens, um unser neues TLF 16 abzuholen. So manches Feuerwehrherz schlug schneller, als das neue Fahrzeug am Gerätehaus eintraf. Schließlich war es zu diesem Zeitpunkt das modernste Tanklöschfahrzeug im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis.

Einhelliger Tenor der Kameraden:

Ehe wir anfangen zu saufen,
wollen wir den Wagen taufen.
Wie machen nun nicht viel Gezeter
und taufen ihn auf den Namen
TLF 16


1980:
Beim Brand beim Priesterseminar wurde es dann sehr ernst. Durch die schnell um sich greifenden Flammen waren Mensch und Material in Gefahr ein Raub der Flammen zu werden. Die umliegenden Wehren retteten die alten Menschen und versuchten den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Mitten im Kampf gegen das Feuer kam dann die schreckliche Nachricht, daß zwei Feuerwehrleute bei diesem Einsatz den Tod gefunden hatten. Es waren Peter Weyand und Ulrich Höfer. Ulrich Höfer starb im Alter von 23 Jahren. Er war seit 1973 Mitglied in unserem Löschzug. Am Samstag den 01. März wurde er unter großer Beteiligung der Feuerwehren und Bevölkerung in Immekeppel zu Grabe getragen.


1985:
Unser Löschzugführer Peter Häger schied nach 43jähriger freiwilliger und uneigennütziger Tätigkeit im Dienst der Feuerwehr aus dem aktiven Dienst aus.

Neuer Löschzugführer wird Karl Fischer. Seit Mai 1974 ist er Mitglied der Feuerwehr Immekeppel. Auf diese anspruchsvolle Tätigkeit hat er sich durch den Besuch verschiedener Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Münster vorbereitet.


1995:
In diesem Jahr feierte unser Löschzug sein 100jähriges Bestehen.

Die Feierlichkeiten begannen mit dem Festkommerz am 05. Mai, bei dem viele Vertreter öffentlicher Einrichtungen und Vereine die Arbeit der Feuerwehr würdigten und ihre Glückwünsche übermittelten.

Der Samstag (06. Mai) wurde mit der Öffentlichkeit im Rahmen eines Bayrischen Abends gefeiert. Es wurde ein Abend, über den man in Immekeppel noch lange gesprochen hat. Für Stimmung sorgte die Bayrische Gruppe "Die Gifty's". Dazu wurde Paulaner und bayrisches Essen serviert.

Den Abschluß des Festes bildete der Sonntag, der mit einem Festzug durch Immekeppel begann. Danach wurde, mit musikalischer Unterstützung, ein Frühschoppen gefeiert.


2000:
Im Jahre 2000 traten unser bisheriger Löschzugführer Hauptbrandmeister Karl Fischer und sein Stellvertreter Oberbrandmeister Werner Vogel von ihren Ämtern zurück.

Als Nachfolger wurden Hauptbrandmeister Willi Schmitz und Hauptbrandmeister Michael Preuß gewählt.


2002:
Aus beruflichen Gründen verlässt Hauptbrandmeister Michael Preuß Mitte des Jahres den Löschzug Immekeppel. Als Nachfolger zum stellvertretenden Löschzugführer wurde Oberbrandmeister Ulrich Haag gewählt.


2003:
Im Juni war es dann nach langem Warten soweit, dass neue LF 16/12 löste das LF 8 ab.

LF 16/12


2005:
Am 1. März wählten die aktiven Mitglieder des LZ Immekeppel eine neue Zugführung. Ab dem 1. April wird Brandmeister Klaus Becker Zugführer, seine 2 Stellvertreter sind Brandinspektor Ulrich Haag und Hauptbrandmeister Rolf Hoppe. Unser bisheriger Zugführer Brandoberinspektor Willi Schmitz musste die Führung mit Übernahme des Posten des Wehrführers abgeben.


2007:
Am 06.Mai wurde das 112-jährige Jubiläum der Feuerwehr Immekeppel, mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Bilder Das Gerätehaus wird um einen Stellplatz erweitert, um die Platzverhältnisse zu verbessern. Bilder des Umbaus. 2007 wurde bei Ziegler ein MAN TGM TLF 20/30 bestellt.


2008:
Am 30.08.2008 wurde feierlich das Neue TLF 20/30 dem Löschzug übergeben und vom Pastor Gesegnet, es löst das 29 Jahre alte TLF 16/25 ab, was am 30.08.2008 auch noch zu seinem letzten Einsatz ausgerückt war.